Wie im ersten Teil („Preisvergleicher Marketing“) bereits angekündigt, soll in diesem Beitrag der Schwerpunkt auf die Feedoptimierung -der Optimierung der Produktdatendatei, die man an die Preisvergleicher übermittelt, gelegt werden.
Das Ziel der Optimierung ist die Ausfilterung von Clicks, die lediglich Kosten verursachen und nicht konvertieren. Grundvoraussetzung für die Optimierung ist ein solides Trackingsystem, mit dem man die Verkäufe über die einzelnen Preisvergleicher überwachen kann. Damit sollte man zudem die selbst getrackten Clicks mit den am Ende des Monats abgerechneten Clicks vergleichen und diese in einer fortlaufenden Tabelle mitschreiben. So erhält man mit der Zeit ein gutes Gefühl welche Abweichungen toleriert werden können und wo Handlungsbedarf besteht. Auch große Preisvergleicher haben Ihre Technik nicht immer im Griff: Zu Fehlabrechnungen kam es z.B. vor einiger Zeit, als ein neuer Bot durch das Netz streifte und zahlreiche Clicks verursacht hat, die uns auch prompt in Rechnung gestellt wurden. Nur durch ein eigenes Controlling wird man auf Schwachstellen aufmerksam und erhält die richtigen Argumente, um eine Reklamation wirkungsvoll durchzusetzen.
Für die Optimierung des Produktfeeds können verschiedene Parameter in Betracht gezogen werden:
Marge / Preis: Der CPC ist in der Regel festgelegt, d.h. man orientiert sich an der Marge des Produktes. Hier kann es sinnvoll sein, teure Produkte mit geringer Marge, aber auch günstige Produkte trotz hoher Marge aus dem Preisvergleich auszuschließen. Bei besonders günstigen Produkten wird selten nach dem ersten Click gekauft. Bevor der Artikel verkauft wird, ist die eigene Marge durch die erzielten Clicks bereits deutlich gesunken. Bei teuren Produkte mit geringer Marge (wie z.B. Elektronik) gibt es weniger Spontankäufe. Die Kunden informieren sich bei mehreren Anbietern nicht nur über den Preis, sondern auch über das Produkt. Aus diesem Grund erhalten teure Produkte bis zum ersten Verkauf in Relation zu Artikeln aus dem niedrigen und mittleren Preissegment mehr Clicks. Erzielt man mit diesen Produkten nur eine geringe Marge, lohnt es sich diese aus dem Feed auszuschließen.
Alter: Ältere Produkte, wie z.B. Vorgängerversionen einer Computerspielserie, erhalten i.d.R. viele Clicks, da sie günstig sind und neben den neueren Versionen in den Ergebnislisten der Preisvergleicher erscheinen. Erkennt der Interessent aberr, dass es sich um eine ältere Version handelt, kauft er in der Regel nicht. Somit kann man Titel, die z.B. älter als 1 Jahr sind, aus dem Feed ausschließen und so die Conversionrate in dieser Kategorie steigern.
Anzahl verfügbarer Artikel: Nicht jeder Preisvergleicher aktualisiert regelmäßig sein Angebot. Einige verzichten „aus Sicherheitsgründen” sogar auf eine Aktualisierung zwischen Freitag- und Montagvormittag. Hat man vom aktuellen Top-Seller zu wenige Produkte auf Lager, kann es schnell zu Überverkäufen und Stornierungen kommen. Bei Preisvergleichern, die seltener als 3x am Tag den Produktfeed abrufen, sollten daher Produkte mit geringer Stückzahl am Lager ausgeschlossen werden.
Lieferzeit: Der Kunde, der über einen Preisvergleich kommt, akzeptiert i.d.R. keine längere Wartezeit. Alle Artikel, die nicht innerhalb von 3 Tagen geliefert werden können, sollten daher aus dem Produktfeed ausgeschlossen werden.
Artikeldetails: Gute Preisvergleicher stellen die Basisdaten zu einem Produkt bereit. Verfügt man selbst nicht über geeignete Daten, sollte man diese Produkte vorübergehend aus dem Produktfeed entfernen, bis man die entsprechenden Daten ergänzt hat. Der Kunde kauft nicht die „Katze im Sack” und orientiert sich nur selten ausschließlich am EAN-Code. Produktbilder und die Basisdaten des Artikels sind daher Pflicht.
Produktkategorie: Jede Produktkategorie hat – neben unterschiedlichen Margen / Preisen (s.o.) – bestimmte Eigenschaften, die zu Problemen in den Preisvergleichern führen können.
Beispiel: Bücher
Bücher über Digitalkameras bedienen sich im Titel oftmals der Produktbezeichnung der jeweiligen Kamera und verwenden als Cover das entsprechende Produktbild. Die Preisvergleicher zeigen i.d.R. in der Ergebnisliste das Buch aufgrund des geringeren Preises vor der entsprechenden Kamera an. Die ersten Produkte innerhalb einer Ergebnisliste erhalten die meisten Clicks. Ein irreführendes Bild von der Kamera mit einem unschlagbar günstigen Preis (der Buchpreis, statt dem Preis der Kamera) führen ebenfalls zu vermehrten Clicks. Besonders tragisch wird es, wenn der Preisvergleicher anstelle des EAN-Codes den Titel für das Matching der Produkte verwendet.
Haben Sie weitere Ideen wie man einen Preisvergleicher Produktfeed optimieren kann?
Ich freue mich auf Ihre Kommentare!