Das aus Frankreich kommende Vente Privée Phänomen ist inzwischen auch in Deutschland sehr verbreitet. Ob BuyVIP oder Brands for Friends, die „geschlossenen” Shopping Clubs sind sehr erfolgreich und wachsen mit teils zweistelligen monatlichen Raten. Grund für uns, über den europäischen Vente Privée Markt eine Beitragsreihe zu schreiben.
Der heutige erste Teil geht auf den Ursprung und die Grundidee des Konzepts, die Herkunft der verkauften Ware, die Motivation für die Mitgliedschaft in einem Club sowie die Profile der Vente Privée Nutzer ein. Der zweite Teil wird das Vente Privée Geschäftsmodell, Verbesserungspotenziale sowie eine Kritik am Konzept umfassen. Im dritten und vierten Teil werden die einzelnen Vente Privée-Anbieter in Deutschland, Frankreich und ausgewählten anderen europäischen Ländern vorgestellt.
Ursprung und Grundidee
Vente Privée hat seinen Ursprung in Frankreich. Dort sind nach einer Studie des Journals du Net inzwischen über 90% der (befragten) Internetnutzer Mitglied in mindestens einem Vente Privée Club. Laut dem Manager Magazin gab es dort Ende 2008 6,5 Millionen registrierte Mitglieder. Die Mitgliedschaft in einem Vente Privée Club ist kostenlos. Registrierte Mitglieder bekommen regelmäßig Markenware zu gegenüber der UVP des Herstellers deutlich reduzierten Preisen angeboten. Oft betragen die Preisnachlässe über 50%. Die Aktionen dauern meist nur kurze Zeit, in der Regel zwei bis drei Tage. Der Verkauf wird multimedial oft sehr wertig aufbereitet. Damit wird versucht, den Wert der Marke – trotz des reduzierten Preises – nicht zu gefährden. Die Werbefilme werden von den Clubs aufwändig produziert. Grafiker, Sound-Ingenieure, Fotografen, Maskenbildner, Models und Webdesignern arbeiten bei der Verkaufstrailerkreation zusammen. Der französische Marktführer Vente Privée besitzt allein fünf Tonstudios.
Herkunft der Ware
Markenhersteller setzen in den seltensten Fällen ihre gesamte Saisonware ab. Überproduktion führt zu Restposten, die entweder vernichtet oder auf alternativen Wegen abgesetzt werden. Ein Alternativweg ist der Verkauf der Ware über einen privaten Shopping Club. Das Konzept begegnet der Befürchtung der Hersteller, dass ihre Ware auf irgendwelchen Grabbeltischen oder in Auslandsmärkten landet. Es bietet ihnen einen relativ gut kontrollierbaren Abverkaufskanal, der ihr Stammgeschäft nicht kannibalisiert. Kaufen können nur Mitglieder des Clubs, die von ihren Freunden oder Bekannten in den Club eingeladen werden müssen. Die Ware ist nach zwei bis drei Tagen verkauft. Im Anschluss daran werden die „Spuren” beseitigt, von den Verkäufen ist dann auch in den Ergebnissen der Suchmaschinen nichts mehr zu finden.
Motivation für die Mitgliedschaft in einem Club
Motivation für die Mitgliedschaft in einem Club sind nach der o.g. Studie des Journals du Net primär die attraktiven Preise, die sich deutlich unter der UVP des Herstellers bewegen. Außerdem sind die verkauften Marken und die Qualität der Produkte attraktiv. Schließlich werden noch die Seitenqualität und der After Sales-Service der Anbieter genannt.
Nutzer von Vente Privée Clubs
Gemäß der Journal du Net-Studie interessieren sich die Nutzer von Vente Privée Angeboten primär für Mode und Accessoires. Im Mittelfeld bewegen sich High Tech-Produkte, etwas abgeschlagen folgen Spielzeug, Sport- und Dekorationsartikel. Von den vom Journal du Net befragten 493 Internetnutzern in Frankreich haben 60% bereits mindestens dreimal bestellt. 65% der Einkäufe lagen bei 40-99 EUR, 11% unter 40 EUR und 24% über 100 EUR. Es zeigt sich, dass eher erfahrene Internetnutzer zur Nutzung des Vente Privée-Konzept neigen. Über 42% der Nutzer kaufen seit mehr als vier Jahren im Internet ein. Lediglich 8% sind „Frischlinge”, die seit weniger als sechs Monaten im Web einkaufen.



Debatte: Wer erklärt seinen Shopping-Club wohl am besten?
Studien zeigen: Auf allgemeinen Websites gehören “How-to”-Videos mit zu den am meisten eingesetzten Bewegtbild-Formaten. Auch im Online-Handel kommen How-to-Videos oft zum Einsatz. Vor allem Händler mit dynamischen Preismodellen veranschaulichen ihren …
Sehr interessantes Thema, welches noch viel Potential für neue Premium Shopping Clubs bietet.
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Ein großer Vorteil dieser exklusiven Clubs, ist das Einladen neuer Mitglieder durch bisherige Kunden. Somit gewinnt die Werbebotschaft an Glaubwürdigkeit, da Empfehlungen von Freunden eher Beachtung geschenkt wird als Einladung, die von einem Unternhemen ausgehen.
Ein weiterer Vorteil sehe ich in der begrenzten Menge der Waren. Etwas das begrenzt ist, möchte jeder haben.
Außerdem fühlt man sich doch besser, wenn man in einem Club einkaufen darf, in dem nicht jeder einkaufen kann. (Auch wenn früher oder später trotzdem jeder in dieser Community angemeldet ist